Die Didacta 2026 in Köln war mein erster Besuch auf dieser Messe – und ich bin mit mehr Fragen rausgegangen als rein. Was mir aufgefallen ist: Der Schulmarkt tickt anders als die Unternehmenswelt, die ich kenne. Und das hat Konsequenzen für alle, die Bildungsinnovation wollen.
„Der Schulmarkt kauft nicht. Er entscheidet."
Entscheidungsstrukturen, die kein Startup versteht
In der Wirtschaft kann eine Führungskraft sagen: „Das machen wir." In der Schule ist das anders. Lehrkräfte, Schulleitung, Schulträger, Kultusministerium – bis eine neue Methode oder ein neues Format flächendeckend ankommt, können Jahre vergehen. Manchmal Jahrzehnte.
Das klingt frustrierend. Und ja, manchmal ist es das auch. Aber ich habe auf der Didacta auch verstanden: Diese Strukturen schützen etwas. Sie sorgen dafür, dass nicht jeder Hype einfach in Klassenzimmer einzieht. Das ist nicht schlecht – es ist Verantwortung.
Was die Wirtschaft Schulen beibringen könnte
Und trotzdem: Manche Dinge könnten Schulen von agilen Unternehmen lernen. Schnelles Ausprobieren in kleinem Rahmen. Feedback-Schleifen einbauen. Nicht auf die perfekte Lösung warten, sondern eine gute Lösung iterativ verbessern.
Was ich in meinen Workshops mache, ist genau das: Ich bringe keine fertigen Antworten mit. Ich bringe Methoden, mit denen Schüler:innen selbst Antworten entwickeln. Das ist ein Unterschied, den ich von der Arbeit in Unternehmen gelernt habe.
- Bildungsinnovation braucht Geduld – und trotzdem Tempo in kleinen Schritten
- Lehrkräfte sind die wichtigsten Multiplikatoren, nicht die Bremsen
- Finanzierungsmodelle sind komplex – Schule kauft selten direkt
- Was in der Wirtschaft funktioniert, muss für Schule übersetzt werden